Meine Vorstellung wie „das Böse aussieht bzw in wem es steckt, hat sich im Laufe meiner Recherchen grundlegend geändert



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Meine Vorstellung wie „das Böse“ aussieht bzw. in wem es steckt, hat sich im Laufe meiner Recherchen grundlegend geändert. Anfangs war ich noch der Meinung, unheimliche Serienmörder wie man sie in Filmen sieht, Kinderschänder und Vergewaltiger über die man in der Zeitung liest oder auch ganz andere Straftäter über die im Fernsehen berichtet wird wären „böse“. Vielleicht aufgrund ihrer eigenen schlechten Kindheit oder irgendwelchen schweren Schicksalsschlägen wurden sie in ihrer Persönlichkeit so enorm gestört, um fähig zu sein, anderen Menschen so großes Leid in unterschiedlichster Weise zuzufügen.

Doch je mehr ich überlegte und mich mit diesem Thema auseinander setzte bemerkte ich, dass meine Vorstellungen schlichtweg falsch waren. Was ist böse? Es fängt schon mit Kleinigkeiten an: z.B. das Zerquetschen einer Spinne. Ich persönlich denke nicht viel darüber nach, wenn ich eine Spinne sehe. Ich bekomme kurz Panik und dann wird sie getötet. Hier fängt das Böse meiner Meinung nach an. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken bin ich in der Lage einfach ein Leben auszuschalten. Könnte ich das womöglich bei anderen Lebewesen auch? Eine Maus, einen Hund oder womöglich sogar einen Menschen töten? Ich begann immer mehr darüber nachzudenken. Anfangs konnte ich diese Frage mit Sicherheit beantworten: Nein, ich kann kein Lebewesen töten.

Schon Thomas Hobbes behauptete 1651, der Krieg wäre „Naturzustand“ zwischen den Menschen. Viele - viel zu viele - schmückten seine Ansichten immer mehr aus und teilen auch heute noch seine Meinung. Der Ausdruck „survival oft he fittest“ wurde viel zu oft geprägt. Die Kranken, Armen, Schwachen müssten vernichtet werden, Gesetze und Institutionen, die die Lage der Armen verbessern wollen, verstießen gegen die „Gesetze der Natur“ und würden „im Namen des Mitgefühls“ später nur noch größeres Elend schaffen etc. Ich bin in letzten Monaten ständig auf solche Behauptungen gestoßen. Was mich am meisten schockierte ist die Tatsache, dass diese Ansichten nicht völlig veraltet sind. Wahrscheinlich kommt den meisten der Zweite Weltkrieg in den Sinn. Menschen wurden – meiner Meinung nach – grundlos ermordet. Doch es teilt(e) nicht jeder meine Meinung. Viele tausende Soldaten, Ärzte, Politiker und Väter waren in der Lage hilflose Kinder, Frauen, Arme, Alte und Schwache zu foltern und zu töten. Doch man muss gar nicht so weit in die Vergangenheit blicken. Auch heute werden noch täglich Menschen grundlos getötet. Im Sudan z.B. gibt sogar die Regierung den Auftrag, eine ganze „Rasse“ auszurotten. Dass dabei Frauen und Kinder vergewaltigt werden, Menschen die zu langsam sind einfach in ihren Hütten bei lebendigem Leibe verbrannt werden und Männer die nur ihr Dorf und das Leben ihrer Familie verteidigen wollen kaltblütig ermordet werden, kümmert die Regierung nicht.

Wenn gebildete Menschen, von denen man glauben sollte, dass sie wissen was richtig und falsch ist, in der Lage sind, andere Menschen ohne jeden ersichtlichen Grund zu quälen und dann zu töten, wenn sie die Anweisung dazu bekommen, warum sollte dann nicht auch ich andere Menschen töten können. Diese Tatsache beängstigt mich ungemein!

Laut Reinhard Haller ist jeder Mensch in der Lage, „böse“ zu handeln. Niemand kann mit Sicherheit behaupten, dass er nicht gleich handelt wie viele heutige Kriegsverbrecher. Ich will diese Menschen bestimmt nicht verteidigen, aber wie viele Menschen würden den Mut aufbringen und ihr Leben und möglichweise auch das Leben ihrer Familie aufs Spiel zu setzten um sich einer höheren Instanz zu wiedersetzen.

Wie schon erwähnt, veränderte sich meine Meinung gegenüber dem Bösen immer mehr. Und es macht mir Angst, dass wahrscheinlich auch ich und all die Menschen die ich kenne unter gewissen Umständen zu schrecklichen Dingen im Stande wären.



Sudan – Darfur

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“

Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte1
Wichtige Daten zum Sudan2

„Alle Sudanesen in Afrika sind zerrissen, in Bauern und Hirten, in weite Landflächen und konzentrierte Städte, in sich ausbreitende Trockenzonen und überbevölkerte Feuchtgebiete, in missionierende Buchreligionen und sich hartnäckig haltende Lokalkulte, in anglophone, frankophone und arabische Einflusszonen.“3

In letzte Zeit wurde ich (leider viel zu oft) gefragt, was „Darfur“ wäre. Darfur ist eine Provinz im Westen des Sudans (etwa so groß wie Frankreich). Und der Sudan ist der größte Staat in Afrika. Wenn man eine Karte vor sich hält, ist es das große Land unter Ägypten. Vielleicht liegt diese Unwissenheit auch daran, dass wir ein sehr negatives Bild vom Sudan und anderen afrikanischen Ländern haben.



„Der heutige Blick des Westens auf den Sudan vermag fast nur Finsternis zu entdecken, die weit über die übliche Mangelhaftigkeit eines „Entwicklungslandes“ hinausreicht und kurz vor der Etikettierung als „Schurkenstaat“ steht. Im Sudan werden Mädchen grausam verstümmelt, Schwarze werden als Sklaven verkauft, Dissidenten in Wüsten KZ’s gequält, Dieben wird die Hand abgehackt, Ehebrecher werden gesteinigt und die Regierung, die zu den entschlossensten Feinden Israels zählt, bietet Terroristen Unterschlupf.“4

Der Name „Darfur“ stammt aus dem 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit herrschte der König des Volkes „Fur“ über die gesamte Region. „Dar“ bedeutet Land.5 Der Sudan hieß im Mittelalter Bilād as-Sūdān, was übersetzt „Land der Schwarzen“ bedeutet. (damals meinte man damit das christliche Reich in Nubien). Der Sudan hat 26 Bundesstaaten, welche sich wieder in insgesamt 133 Distrikte gliedern. 10 der Bundesstaaten liegen im Südsudan.

Khartum ist die Hauptstadt der Islamischen Republik und Präsident Umar Hasan Ahmad al-Baschir ist das Staatsoberhaupt und der Regierungschef des Landes. Die Amtssprachen sind Arabisch und Englisch. Es gibt jedoch unzählige verschiedene Stammessprachen im Sudan. 2006 hatte das Land etwa 39 Millionen Einwohner. Der Zahlen sind sehr ungenau und bei verschiedenen Zählungen oft sehr unterschiedlich. Das nominale Bruttoinlandsprodukt lag im Jahr 2007 bei 46.155 Millionen US$ (zum Vergleich: 2009 lag das österreichische BIP bei 276,89 Mrd. €. also 357,42 Mrd. US$). Der Human Development Index („Der Human Development Index (HDI) der Vereinten Nationen ist ein Wohlstandsindikator für Länder. Der HDI wird seit 1990 im jährlich erscheinenden

6sudan-karte-politisch.png

Human Development Report des UNDP veröffentlicht.“ 7) ist 0,531, der österreichische liegt bei 0,851.8 Die offizielle Währung im Sudan sind die sudanesischen Pfund (SDG).

„Der Sudan zählt zu den am höchsten verschuldeten und ärmsten Ländern der Welt. Im Norden leben 70%, im Süden 90% der Bevölkerung von zirka 2 US$ am Tag. 50% der Menschen müssen mit 1US$ pro Tag auskommen“9.
Exporte9


  • „Asien (80%), 70% aller Exporte Sudans 2003 nach China (Wert: 1,7 Mrd. US$)

  • Arabische Welt (10%)

  • Westeuropa (5%)

  • Hauptexportgüter nach Deutschland: Baumwolle, Gummi Arabicum, Sesam, Nüsse und Häute“

Importe9

  • „Asien (27%)

  • Westeuropa (24%)

  • die Arabische Welt (21,5%)“

importierte Güter9

  • „Maschinen und Ausrüstungen (25% aller Importe)

  • verarbeitete Waren (25%)

  • Transportausrüstungen (14%)

  • Weizen (7%)“

Importe aus Deutschland9

  • „Maschinen und Ausrüstungen,

  • Fertigerzeugnisse,

  • Chemikalien,

  • Lebensmittel und Textilien“


Bevölkerungsentwicklung


Jahr

Einwohner

1905 (offizielle Schätzung)

1.853.000

1910 (offizielle Schätzung)

2.400.000

1993 (Zensus)

25.588.429

2003 (offizielle Schätzung)

33.333.648

2009 (Berechnung)

38.312.007

Im Jahr 2006 war das Durchschnittsalter der Bevölkerung 18,3 Jahre. Im selben Jahr betrug die Lebenserwartung 58,92 Jahre (Männer 57,69 Jahre; Frauen 60,21 Jahre).

Die Bevölkerung des Sudan teilt sich folgendermaßen auf (Stand 2006):


  • 52% - Schwarzafrikaner

  • 36% - arabischer Abstammung (Sudanaraber)

  • 9% kuschitischen Völkern (v. a. das der Bedscha)

  • 2% sind Ausländer (meist Flüchtlinge der diversen Kriege in Afrika)

  • 1% anderer Zugehörigkeit

Ethnien im Sudan10

Karte „Ethnisches Mosaik des Sudan“ einscannen
Religion

Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.“

Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte11

In unseren Gegenden sind viele Menschen – wie so oft - der Meinung, dass die Religion für den Konflikt in Darfur verantwortlich ist: der Islam im Norden wolle das Christentum (oder zumindest eher christlich orientiert) im Süden dominieren. In diesem konkreten Fall gehört (offiziell) ganz Darfur dem Islam an, denn die Staatsreligion ist der Islam. Die Bevölkerung ist aufgeteilt in:



  • 70% sunnitische Muslime (Sunniten bilden die größte Glaubensrichtung im Islam und gelten als sehr konservativ und dogmatisch12)

  • 25% Animisten(„Als Animismus bezeichnet man allgemein schriftlose, in Reinform ausschließlich bei Jäger-Sammler-Kulturen verbreitete Religionen indigener Völker.“13)

  • 5% Christen (hauptsächlich römisch-katholisch)

Im Süden des Sudan wie auch in Khartum leben hauptsächlich Nichtmuslime. Der Übertritt zum Islam oder Christentum wird oft als sozialer Aufstieg gewertet. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2b/omar_al-bashir%2c_12th_au_summit%2c_090131-n-0506a-342.jpg/220px-omar_al-bashir%2c_12th_au_summit%2c_090131-n-0506a-342.jpg

Politik

Politisches System

Der Sudan ist, wie schon erwähnt, eine Islamische Republik. Seit 1989 wird das Land von einer Militärregierung regiert und seit 2005 gilt die Scharia nur noch in muslimischen Gegenden und nicht mehr im autonomen Südsudan.

al-Baschir auf der 12. Konferenz der Afrikanischen Union im Februar 2009 14
Die Legislaturperiode des Präsidentenamtes beträgt fünf Jahre, der Präsident sollte direkt vom Volk gewählt werden und alle Sudanesen sollten 18. Lebensjahr das Wahlrecht besitzen.

Jeder hat das Rech, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.



Jeder hat das Recht auf gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande.

Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser Wille muss durch regelmäßige, unverfälschte, allgemeine und gleiche Wahlen mit geheimer Stimmabgabe oder in einem gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.“

Artikel 21 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte15


Seit 2005 regiert die Nationale Kongresspartei (NCP) und die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung (SPLM) gemeinsam in der Regierung der Nationalen Einheit. Diese Machtaufteilung wurde im Friedensabkommen von 2005 vereinbart.

Bis 2005 übte al-Bashir die Alleinherrschaft aus. Die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung kämpfte bis dahin für die Unabhängigkeit des Südsudan, was mit dem Friedensabkommen de jura auch erreicht wurde. Der Regierungschef der Autonomen Region Südsudan ist gleichzeitig Vizepräsident des Gesamtstaates. Wie sich die Situation im Sudan de facto seit 2005 verändert hat, wird später erläutert.



Die Frauen im Sudan

Durch das islamische Regime habe Frauen im Sudan eine untergeordnete Stellung. In den verschiedenen Stammeskulturen ist dies jedoch oft komplett anders. Bei den Zar beispielsweise habe Frauen eine wichtige spirituelle Rolle. Gegen Ende der 1940er Jahre entstanden die ersten Frauenvereine im Sudan, 1951 bildete sich daraus die Sudanese Women’s Union. Danach entstanden viele weitere Frauenorganisationen, wie die New Sudan Women Federation (NSWF), die Sudan Women’s Voice for Peace (SWVP) und die Women Action Group (WAG). 16http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b7/sudan_woman_with_headcovering_1mar2005.jpg/220px-sudan_woman_with_headcovering_1mar2005.jpg

Diese Organisationen stehen für die Rolle der Frauen in der Familiengesetzgebung (hier haben Frauen gegenüber Männern noch eine sehr untergeordnete Stellung) ein. Das Gesetz garantiert jedoch schon gleiche Rechte bezüglich Wahlrechts, Arbeitsrecht sowie im Bereich der Bildung und der Gesundheit. Weiteres Kämpfen die erwähnten Organisationen gegen die Beschneidung weiblicher Genitalien und teilweise für den Frieden im Sudan.

Die Ahfad Universität für Frauen ist eine wichtige Institution im Sudan in der nur Frauen studieren dürfen. Sie hat neben natur-, sozial-, und agrarwissenschaftlichen und medizinischen Fakultäten auch ein Institut für „women studies“.



Bodenschätze und Energie16,17

Der Sudan ist reich an Bodenschätzen wie Erdöl (hauptsächlich im Südsudan), Eisen, Marmorm Gold und Uran. Ein großes Problem ist der Streit um die Verteilung der Erdölerlöse. Nicht nur im eigenen Land ist jeder am Öl interessiert, sondern auch in China (zwei Drittel aller Erdölvorkommen im Sudan gehen an China), Malaysia und Indien.

Große Ölvorkommen befinden sich im Nilbecken. Der Bau der Pipelines zwang viele Menschen dazu, aus ihrer Heimat zu gehen.

Menschenrechte im Sudan: Vorwürfe gegen OMV



08.06.2010 (DiePresse.com)

Die "Europäische Koalition zu Öl im Sudan" wirft mehreren Ölkonzernen vor, trotz vorliegender Menschenrechts-Verletzungen ihre Tätigkeit im Sudan fortgesetzt zu haben.

Eine Gruppe von Hilfsorganisationen erhebt schwere Vorwürfe gegen internationale Ölkonzerne, darunter die OMV, im Südsudan. Der Beginn der Ölförderung in der Region habe eine Spirale der Gewalt ausgelöst und die Konzerne hätten ihre Tätigkeit in Kenntnis der begangenen Menschenrechtsverbrechen fortgesetzt, schreibt die "Europäische Koalition zu Öl im Sudan" (ECOS). Sie fordert eine Untersuchung der Rolle der Ölkonzerne durch die jeweiligen Regierungen. Die OMV teilte mit, dass sie "ihre Minderheitsbeteiligungen im Sudan im Jahr 2004 verkauft hat" und "seitdem nicht mehr in diesem Land tätig" ist.Die OMV gibt weiter an, dass sie während ihres Engagements im Sudan "ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachgekommen" sei. "Die OMV hat internationale Menschenrechts- und Umweltstandards in das Unternehmen integriert und konsequent umgesetzt", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Unternehmens.

Die OMV sei Mitglied des "UN Global Compact" und habe auch einen eigenen Verhaltenskodex (Code of Conduct) erarbeitet, "erarbeitet, der höchste Standards in der Wertschöpfungskette des Unternehmens garantiert, unabhängig davon, wo wir als Unternehmen operativ auf der Welt tätig sind". Weil sich die OMV auf ihre "Kernregionen" konzentrieren wollte, habe sie im Jahr 2004 ihre beiden Minderheitsbeteiligung an zwei E&P Blöcken im Sudan verkauft und sei in dem Land nicht mehr tätig.

Der Terror im Sudan soll begonnen haben, nachdem die sudanesische datei:sudan map oelgas.png

Öl- und Gas-Konzessionen im Sudan (Stand 2004) 18


Regierung ein Ölförderungsabkommen mit einem aus der schwedischen Lundin Oil AB, der malaysischen Petronas Carigali Overseas, der österreichischen OMV (Sudan) Exploration GmbH, und der sudanesischen Sudapet Ltd bestehendem Konsortium abgeschlossen habe. Sudanesische Regierungstruppen und andere regierungsloyale bewaffnete Einheiten hätten begonnen, die Ölfelder zu sichern und die Kontrolle zu übernehmen.

"Tausende Bewohner der Region starben, und beinahe 200.000 Menschen wurden gewaltsam vertrieben", so ECOS. Das Ölkonsortium soll Kenntnis von den Menschenrechtsverletzungen der bewaffneten Gruppen gehabt haben, die teilweise auch für die "Sicherheitsbedürfnisse" der Konzerne gesorgt hätten. "Trotzdem setzten sie die Zusammenarbeit mit der Sudanesischen Regierung, ihren Behörden und ihrer Armee fort."

Die Regierungen von Schweden, Österreich und Malaysia sollen prüfen, ob die Ölkonzerne "der Mittäterschaft an der Ausführung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch andere Akteure während der Periode 1997-2003" anzuschuldigen sind.“19

Geschichte20

Es ist fast unmöglich die Geschichte des Sudans klar aufzuzeigen, denn sie besteht aus vielen verschiedenen Geschichten. Allein heute leben über hundert ethnische Gruppierungen im Sudan. Stämme und Gruppierungen veränderten sich im Laufe der Zeit ständig. Die umfangreichen Geschichten wurden erst im 19. und 20. Jahrhundert einigermaßen (durch fremde Mächte) zu einer. datei:christian nubia.png

Die sudanesische Geschichte ist stark mit der ägyptischen verknüpft. Das historische Ägypten beherrschte große Teile des heutigen Sudans (ab ~3000 v.Chr.).

Das Christentum etablierte sich im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. im Norden und Osten des Sudan. Zu dieser Zeit einstanden diverse christliche Königreiche (siehe Karte). Der Islam verbreitete sich vor allem im Norden des Sudans durch arabische Händler ab 640 n. Chr. Die arabische und indigene Bevölkerung vermischte sich und es kam zu einer Arabisierung im nördlichen Gebiet. Der Einfluss des Christentums ging immer mehr zurück. Trotzdem bestanden die christlichen Königreiche in Nubien bis ins 14. Jahrhundert. Einige sudanesische Volksgruppen wendeten sich vor allem ab dem 16. Jahrhundert dem Islam zu. Der Großteil des Südens des Sudan bleibt bis ins 20. Jahrhundert animistisch. 20

Das Sultanat von Sannar (auch Reich der Fungi oder Funji oder Schwarzes Sultanat genannt; befand sich auf dem Gebiet des heutigen Sudans von 1504-1821) hatte einen starken Einfluss auf die Arabisierung und Islamisierung verschiedener Völker im Sudan.

Vom 16. Jahrhundert bis ins Jahr 1916 (mit Unterbrechung von 1874-1898 – zuerst türkische Besetzer, dann Mahdi Herrschaft) herrschte im heutigen Darfur das mächtige Fur-Sultanat.

Im früheren 19. Jahrhundert wurde der Sudan von osmanischen Vizekönigen von Ägypten erobert. Nach der Eroberung des Sultanats von Sannar im Jahre 1821 begannen die türkisch-ägyptischen Truppen die schwarze Bevölkerung zu versklaven.
„Die Briten kamen damals aus einem einzigen Grund hierher. Sie kamen, um sich möglichst viel zu nehmen. Sie nahmen sich das Land, um ihre Feldfrüchte darauf anzubauen, sie nahmen sich die Berge, um Gold anzubauen, und sie versuchten sich auch die Menschen zu nehmen und für sich arbeiten zu lassen“21.

Aufgrund ungeregelter Besitzansprüche kam es 1898 zur Faschodakrise (Faschoda ist ein Ort im Sudan der seit 1905 Kodok heißt) zwischen Großbritannien und Frankreich, bei der die Briten den Sudan erobern – Frankreich verzichtet 1904 offiziell auf Besitze . Der heutige Sudan wird zum anglo-ägyptischen Kondominium (als Kondominium wird „die gemeinschaftlich ausgeübte Herrschaft mehrerer Herrschaftsträger über ein Gebiet“ bezeichnet; das Gebiet selbst wird auch so bezeichnet22). De facto wird der Sudan jedoch „bis 1956 in britischem Geist und wird mit ägyptischem Geld als Kondominium verwaltet“23, da sich Ägypten 1914 unter britische Protektion stellt.

Die Briten bauen die Hauptstadt des Sudans – Khartum – nach ihren Vorstellungen auf. Weiteres sorgen sie für einen intensiven Baumwollanbau – Baumwolle ist für die Briten ein wichtiges Importgut.

In dieser Zeit wird durch protestantische und katholische Missionare der Anteil der christlichen Bevölkerung im Süden, in den Gebieten, in denen noch keine Islamisierung stattgefunden hatte, des Sudans enorm vergrößert.

Im Jahr 1953 entscheidet das Volk in Wahlen, dass ein selbstständiger Staat gegründet werden soll – der Sudan. Anfang 1954 bildet der gewählte Ministerpräsident Ismail al-Azhari eine Regierung.

1955 kommt die nächste Prüfung auf den Sudan zu – es beginnt der Bürgerkrieg zwischen dem christlich orientierten Süden und dem islamischen (arabischen) Norden. Dieser dauert bis 1972.

Am 1. Januar 1956 führte al-Azhari das Land in die Unabhängigkeit. Es war jedoch bis heute noch nicht in der Lage ein moderner Staat zu werden.

Im April 1956 schließt sich der Sudan der Arabischen Liga an um die arabische Zugehörigkeit zu signalisieren.

Durch den Militärputsch des Oberbefehlshabers der Arme, Ibrahim Abbud, 1958 löst sich das Parlament auf. Der neue Staatschef Abbud suspendiert die Verfassung und verbietet alle anderen Parteien.

1964 kommt al-Azhari mit einer zivilen Regierung wieder an die Macht. Er behält sie jedoch nicht lange. Im Jahr 1969 findet ein erneuter Putsch unter Oberst Dschafar Muhammad an-Numairi statt. Dieser lässt al-Azhari inhaftieren und bringt die Sudanesische Sozialistische Union (SSU) an die alleinige Macht. An-Numairi verstärkt die Beziehungen mit der Sowjetunion und lässt ausländische Banken und Unternehmen verstaatlichen.

Die ägyptische Regierung schickt in den 1970er Jahren Europäer in den Sudan um die besetzten Gebiete zu verwalten und den Sklavenhandel zu beenden.

1971 erlebt das Land einen nächsten Putschversuch. Diesmal jedoch gegen den „nationalrevolutionären Flügel“. Dieser Versuch geht von linken Kräften aus an-Numairis „Revolutionsrat“ aus. Es bleibt jedoch bei dem Versuch, da an-Numairi von Libyen und Ägypten unterstützt wird und Verhaftungen, Hinrichtungen und diplomatische Konflikte mit Moskau folgen. Noch im selben Jahr wird an-Numairi zum Staatchef des Sudans gewählt.

1972 kommt es aufgrund von Aufständen zum Friedensabkommen von Addis Abeba, indem der Süden des Sudans für autonom erklärt wird und ihm eine Amnesie („ist ein vollständig oder zu Teilen erfolgter Straferlass; beseitigt weder das Urteil noch die Schuld des Straftäters; wirkt für ganze Tätergruppen“24) für die Rebellen und Wirtschaftshilfe versprochen wird.

Am 14. April 1973 wird der Islam in der neuen Verfassung als Staatsreligion verankert und das Christentum als Minderheitsreligion anerkannt.

Es kommt zu diversen Putschversuchen gegen an-Numairi. Er beschuldigt immer wieder andere Staaten, diese unterstützt zu haben, u.a. die Sowjetunion und Syrien. Aus diesem Grund bietet er den USA 1980 die Benutzung militärischer Einrichtungen im Sudan an.

1980 werden die diplomatischen Beziehungen zu Libyen abgebrochen, weil Libyen eine Vereinigung des Sudans und des Tschads anstrebt.

Der Sudan knüpft immer engere Verbindungen mit Ägypten. 1982 wird weiter die Zusammenarbeit in der Nilregion vereinbart.

1983 kommt es erneut zu Konflikten im Sudan: es kommt „zum Bürgerkrieg zwischen der in Äthiopien gegründeten Sudans People's Liberation Army (SPLA) und der von der sudanesischen Regierung unterstützten National Islamic Front (NIF). In den 1980er Jahren häuften sich in Darfur zudem Dürreperioden und die Ressourcen 'Land und Wasser' wurden bei gleichzeitig wachsender Bevölkerung immer knapper.“25 Zu weiteren Problemen führt die Einführung der Scharia. Dieser Bürgerkrieg dauert offiziell bis ins Jahr 2004.

Vor allem im Jahr 1984 verschärft an-Numairi seine Islamisierungspolitik indem er sich den Muslimbrüdern immer mehr nähert. Die Bevölkerungsmehrheit und die Nationalversammlung lehnen diese Politik jedoch ab.

Zu einem weiteren Putsch kommt es am 6. April 1985, bei dem an-Numairi während seines USA-Aufenthaltes die Macht verliert. Diese wird vom „provisorischen Militärrat“ (TMC) unter Swar ad-Dahab übernommen und es wird eine Übergangsregierung ernannt. Der Norden des Sudans weigert sich eine Reform der von an-Numairi geschaffenen Herrschaftsstrukturen zuzulassen.

Sadiq al-Mahdi (Umma-Partei) wird nach den Wahlen im April 1986 zum Ministerpräsident.

1987 kommt es zu ersten Gewalttaten unter der Zivilbevölkerung aufgrund des mangelnden Angebots an fruchtbarem Boden. Diese können jedoch von der Polizei geschlichtet werden. „Zwei Jahre später fand eine richtige Friedenskonferenz statt, doch die Behörden waren zu schwach, um die Abmachung durchzusetzen. Die Dörfer in ihrer Bedrängnis und die verarmten Hirten in ihrer Verzweiflung sahen, dass die Regierung die von ihr erwartete Minimalleistung, den Landfrieden zu garantieren, nicht mehr erbringen konnte. Man musste für sich selbst sorgen. Händler boten Schnellfeuergewehre an, die aus dem 1990 mit dem Sieg des Zaghawa Idris Deby über seinen Rivalen Hissein Habre beendeten Bürgerkrieg im Tschad stammten. Diese Unruhen harren den Westen Darfurs mit einbezogen und die Spannungen zwischen den großen Stammesgruppen der Fur und der Zaghawa militarisiert sowie die lokale Gewaltbereitschaften geradezu enthemmt.“26

Der nächste Militärputsch findet 1989 statt, bei dem Omar Hassan Ahmad al-Bashir und seine Partei (Revolutionäres Kommandorat – RCC) die Macht über den Staat übernimmt.

Trotz der Friedenskonferenz kommt es im Jahr 1990 zu weiteren Kämpfen zwischen den Fur (mit Unterstützung der südsudanesischen Befreiungsarmee SPLA) und den arabischen Beni Halba und 1996 zwischen Zaghawas und den arabischen Rizeigats. „1997-99 kämpften Masalit gegen marodierende Umm Jalul“27 („Der Marodeur bezeichnet jemanden, der am Rande von Kampfhandlungen brandschatzt, plündert, erpresst, raubt, stiehlt, vergewaltigt und mordet. Zumeist handelt es sich dabei um durch Krankheit oder Verwundung untauglich gewordene und ausgemusterte oder wegen Verfehlungen aus der Truppe ausgestoßene Kombattanten oder um Deserteure“.28)

1993 wird die Militärdiktatur von al-Bashir offiziell beendet, die Konflikte werden jedoch nicht weniger. Regierungstruppen treten immer öfter gegen die Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA) auf. „Beobachter der Vereinten Nationen sprachen von Völkermord, begangen von radikalen Islamisten unter Billigung bzw. Beteiligung der Regierungstruppen.“29 1992 wird der Sudan von der UNO wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt.

Die USA bombardieren 1998 die sudanesische Asch-Schifa-Arzneimittelfabrik mit der offiziellen Begründung, dort würde Giftgas produziert werden und der Sudan sei in die Terroranschläge von Nairobi und Daressalam verwickelt - dafür gibt es jedoch bis heute noch keine Beweise.

Al-Bashir löst 1999 das Parlament auf und der zuvor vereinbarte Waffenstillstand zwischen der Regierung und der Rebellen wird gebrochen.

Trotz der Krise in Darfur steigt seit Ende der 90er Jahre die Nachfrage nach Öl, vor allem durch die aufstrebende Wirtschaftsmächte China und Indien, was das Wirtschaftswachstum verstärkt und neue Investoren anlockt. Die Einnahmen werden teilweise im Rahmen des "wealth sharing" zur Förderung der kriegsgeschädigten und unterentwickelten Regionen im teil-autonomen Südsudan investiert.“30

Neu bzw. erschütternd waren die Berichte über die Wiederkehr der Sklaverei n der Wende zum 21. Jahrhundert“31.

Im Jahr 2001 gewann al-Bashir, durch Wahlbetrug, die Neuwahlen.

„Politische Maßnahmen seitens der sudanesischen Regierung zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Darfur blieben aus. Daraufhin haben es sich Rebellengruppen 2003 zum Ziel gesetzt, die Regierung in Khartum zur Auseinandersetzung mit der wirtschaftlichen Unterentwicklung und politischen Ausgrenzung Darfurs zu zwingen“17.

„Am 26. Mai 2004 wurde der Konflikt [zwischen Nord- und Südsudan] erstmals im Sicherheitsrat diskutiert und in einer Resolution vom 30. Juli 2004 die Vermutung geäußert, dass es sich um eine den internationalen Frieden gefährdende Auseinandersetzung handeln könnte. In dieser Resolution wurde die sudanesische Regierung außerdem auffordert, die Milizen zu entwaffnen und über die begangenen Verbrechen Recht zu sprechen. Bei Nichteinhaltung drohte der Sicherheitsrat mit friedlichen Sanktionsmaßnahmen.“32

„ Am 6. Oktober 2006 hatte der [UN-] Sicherheitsrat eine Resolution verabschiedet, der zufolge zwanzigtausend Blauhelme entsandt werden sollten, um den Genozid an der afrikanischen Bevölkerung Darfurs zu beenden. Doch die Umsetzung dieser Resolution war aufgrund der Responsibility to protect [„Schutzverantwortung“] nur mit der Unterstützung der wichtigsten Staaten möglich [also auch die Staaten „des Südens“]. Die Weigerung, mit den westlichen Staaten zusammenzuarbeiten, bedeutete in diesem Fall, dass man dem Völkermord freie Hand ließ“33.

Angesichts der Unmöglichkeit, die Resolution zu implementieren, schlug der UNO-Generalsekretär vor, die internationalen Truppen in die Zentralafrikanische Republik und nach Tschad zu entsenden, um die Hunderttausende von Massalit, Zaghawa und Fur zu schützen, die sich in das Grenzgebiet geflüchtet hatten.



Die sechs Flüchtlingslager im Tschad (Bahai, Ereba, Guerida, Forshana, Goz-Beida, Nigrana), die vom UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge angelegt wurden und vom Welternährungsprogramm (WEP) mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten versorgt werden, beherbergen 217 000 Menschen.

Die Dschandschawid fallen fast täglich in tschadisches Gebiet ein, töten Menschen und vergiften Brunnen.

Frauen, die sich vom Lager entfernen, um Brennholz zu sammeln, werden häufig entführt, vergewaltigt und dann ermordet. Auch Kinder, die am Rand der Lager das abgemagerte Vieh auf der Savanne hüten, werden entführt. Die Präsenz der Blauhelme war also dringend erforderlich, um die Flüchtlinge zu schützen.

Doch im April 2007 verweigerte der tschadische Präsident Idriss Déby, obwohl ein Todfeind der in Khartum herrschenden Generäle, zur allgemeinen Verblüffung jegliche Stationierung von Blauhelme auf seinem Territorium.

Diese Weigerung war ihm von seinem Mentor, dem Präsidenten der Französischen Republik, diktiert worden. Die französische Armee unterhält in N’Djamena und Abéché zwei Stützpunkte. Tschad ist das spezielle Einflussgebiet Frankreichs: Und diese hat beschlossen, dass die Dislozierung einer UN-Truppe im Tschad nicht erwünschenswert sei. Sollen die Flüchtlinge doch krepieren“34.

2005 wird ein Friedensvertrag zwischen der Regierung und dem Süden unterzeichnet.

„Vom 17. bis 18. Dezember nahmen Rebellen die Grenzstadt Adré im Osten Tschads ein. Nach Angaben des Außenministers von Tschad führten am 18. Dezember tschadische Soldaten einen Gegenangriff aus, bei dem die Angreifer zurückgeschlagen und bis in den Sudan verfolgt wurden. Auf dem Gebiet des Sudan wurden dabei auch Stützpunkte der Angreifer zerstört. 300 Menschen sollen auf Seiten der Rebellen getötet worden sein. Bei den Rebellen handelt es sich um im September 2005 desertierte tschadische Soldaten, die laut tschadischen Angaben von der Regierung in Khartum unterstützt werden, um gegen die SLA vorzugehen. Dies wurde vom Sudan dementiert. Die Rebellen sprachen dagegen von nur 9 Toten auf ihrer Seite.

Am 23. Dezember stellte der Tschad fest, dass das Land sich im Kriegszustand mit dem Sudan befinde.[24] Zu dieser Einschätzung käme man aufgrund der wiederholten Überfälle auf das Grenzgebiet, die vom Sudan unterstützt würden. Diese Feststellung sei aber keine Kriegserklärung an den Sudan. Dazu sei der Botschafter des Sudan in das tschadische Außenministerium in N'Djamena bestellt worden, wo ihm eine Liste der „Aggressionen des Sudan gegen den Tschad“ übergeben wurde.“35

Im März 2008 wurde das Friedensabkommen zwischen dem Sudan und dem Tschad unterzeichnet.36

Im 09. Jänner 2011 sollten die Bewohner des Südsudans mittels Wahlen selbst über eine mögliche Unabhängigkeit vom Norden entscheiden.1296516138_5.jpg

Khartum erkennt Südsudan-Votum an

Die Regierung akzeptiert das Ergebnis des Referendums. Knapp 99 Prozent hatten für die Unabhängigkeit des Südsudans gestimmt. 37

Der Sudan hat das Votum der Südsudanesen für einen unabhängigen Staat anerkannt. In der ersten offiziellen Reaktion aus Khartum nach der Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses sagte Vizepräsident Ali Osman Taha am Montag, dass die Regierung des Sudan mit dem Ausgang der Volksabstimmung einverstanden sei. "Wir teilen mit, dass wir das Ergebnis des Referendums akzeptieren", sagte Taha. Der Vizepräsident versprach, gute Beziehungen zu dem neuen Staat anzustreben.

Knapp vier Millionen Menschen waren bei der Volksabstimmung zwischen dem 9. und 15. Jänner zur Wahlurne gegangen. Nach dem von der Wahlkommission am Sonntag mitgeteilten vorläufigen amtlichen Endergebnis stimmten 98,83 Prozent der Wähler für eine Abspaltung des Südens. Im Juli soll der 193. Staat der Welt offiziell gegründet werden. Die Abstimmung war der Schlusspunkt eines 2005 von der Zentralregierung in Khartum und südsudanesischen Rebellen unterzeichneten Friedensabkommens, das den mehr als zwanzigjährigen Bürgerkrieg zwischen dem christlich dominierten Süden und dem muslimisch geprägten Norden endgültig beenden soll.

Sudans umstrittener Staatschef Omar al Bashir hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach erklärt, die Abspaltung des Südens anerkennen zu wollen. Vizepräsident Taha kündigte am Montag an, sich an den Arbeitsgruppen zu beteiligen, die eine Lösung bei den verbleibenden Streitthemen zwischen dem Norden und Süden finden sollen. Dazu gehört vor allem der Umgang mit der ölreichen Region Abyei an der Grenze zwischen den beiden Landesteilen“.38


Der Konflikt in Darfur
Einen Sklaven lässt man am besten von einem Sklaven töten“

Sudanesisches Sprichwort39
Offiziell begann 2003 der Bürgerkrieg - „der vielleicht nicht Bürgerkrieg genannt werden sollte, da Bürgerkrieg einen Nationalstaat voraussetzt“40 - in Darfur bei dem innerhalb von rund 6 Jahren mehr als 400.000 Menschen getötet wurden und etwa drei Millionen aus ihrer Heimat flüchten mussten. Begonnen haben die Auseinandersetzung zwischen der arabischen und der schwarzafrikanischen Bevölkerung im Sudan etwa in Jahr 1987. Im Süden Darfurs lebten bis dahin hauptsächlich arabische Viehzüchter, aber auch die Stämme der schwarzafrikanischen Fur, Dinka, Zaghawa und anderen kleineren Ethnien zusammen. Aufgrund des Bürgerkrieges im Südsudan flohen ab 1983 immer mehr Dinka, Bauern und Hirten in we need protection

41

Richtung Norden, hauptsächlich in die Stadt El Diein. Aufgrund des geringen Wasserstellenangebots, griff die Bevölkerung der Stadt neu ankommende Flüchtlinge im März 1987 an. Aus Angst vor weiteren Todesopfern, wollten viele Dinkas mit der Eisenbahn mit Hilfe der Polizei nach Nyala gebracht werden. Doch anstatt in Sicherheit gebracht zu werden, wurden sie in die Waggons geschleppt und mit brennenden Grasbuscheln erstickt oder erschlagen. So kamen etwa 426 Dinkas ums Leben, wie von Amnesty International bestätigt wurde. Es folgten dutzende ähnliche Massaker in den darauffolgenden Jahren. 42

Von 1987 bis 1993 war die „Phase der Militärisierung des Konflikts“. In diesen Jahren schlossen sich 27 arabische Stämme zu einer Allianz zusammen, „deren Kampftruppe Dschandschawid [oder Janjaweed; was übersetzt so viel heißt wie: „berittene Teufel“] die Eroberung des Fur-Landes zum Ziel hatte. In der Regierungszeit von Sadiq al-Mahdi (1986-1989) fiel der Entschluss, die arabischen Nomaden (Baggara) mit Waffen zu versorgen, angeblich um sich gegen Angriffe der südsudanesischen SPLA verteidigen zu können. Es war wenig überraschend, dass die arabischen Milizen die Waffen gegen die schwarzafrikanische Bevölkerung von Darfur einsetzten. Der Konflikt erhielt eine offen rassistische Dimension.“42

Als „Beginn“ des Darfur Konflikts wird jedoch der Angriff der Rebellengruppe SLA (seit 2003 Sudan Liberation Movement bzw. Army, zuvor Darfur Liberation Front) auf den Militärflughafen in al-Fashir am 25. April 2003 bezeichnet. Sie wollten für mehr Wohlstand und Autonomie in Darfur kämpfen. „Dabei wurden 75 Regierungssoldaten getötet, vier Militärflugzeuge zerstört“ und ein arabischer Kommandeur aus Kordofan entführt (dieser wurde drei Monate darauf wieder freigelassen). „Es war Khartum nicht möglich, direkte Vergeltung zu üben, da die SLA im 1760 m hoch gelegenen Golo am Marra-Massiv sich verschanzt hält und über modernste Waffen wie Kommunikationsmittel verfügt.“43 Daraufhin beauftragte die Regierung die arabischen Reitermilizen gegen diese Rebellen anzukämpfen. Die Regierung bestreitet zwar, dass sie die Dschandschawid ausbilden und mit Waffen versorgen, doch es gibt genügend Aussagen, die das Gegenteil beweisen. Die Milizen werden in Naturalien belohnt, d.h. sie dürfen plündern, morden, brandschatzen und vergewaltigen44.



Zitat von Dschandschawid aus Filmdarfuri childs drawing

„Sudanesischen Streitkräfte und die von der sudanesischen Regierung unterstützen Janjaweed-Milizen bekämpfen in einem gezielten Vernichtungsschlag zwei Rebellengruppen:



  • das Sudanese Liberation Army/Movement (SLA/SLM)

  • und das Justice and Equality Movement (JEM)

Das Ziel der Rebellengruppen ist es, die sudanesische Regierung zu zwingen, sich mit der Unterentwicklung und der politischen Ausgrenzung der Region Darfur auseinanderzusetzen. Zeichnung eines Kindes aus Darfur45

Als Reaktion gehen die Streitkräfte der sudanesischen Regierung und die Janjaweed gewaltsam gegen die Zivilbevölkerung vor, aus der die Rebellen ihre Anhänger beziehen. Die sudanesische Regierung und die Janjaweed-Miliz sind für das Töten hunderttausender Menschen, das Niederbrennen hunderter Dörfer sowie Vergewaltigungen tausender Frauen und Mädchen verantwortlich.“45

„…, dass die arabischen Stämme von der Regierung bewaffnet und aufgehetzt wurden und deshalb nicht die wahren Feinde waren. Die wahren Feinde, das waren die Regierung und die mörderischen Irren, die den Dschandschawid freien Lauf gelassen hatten.“46

14-jähriger arabischer Junge, Dschandschawid: „Die Regierungssoldaten sagten und, dass diese Leute hier unser Dorf überfallen und unsere Familie töten wurden, wenn wir sie nicht zuerst überfielen. Und dass sie uns Geld geben würden, wenn wir es taten…Unsere Famielien brauchen dieses Geld, und wir mussten sie beschützen.“47 „Ich fragte den Jungen, der still dabei gesessen hatte, warum er kämpfte. „Wo soll ich denn hin?“ fragte er. „Was soll ich tun? Meine Familie ist tot, ich habe kein Geld, keine Tiere, nichts. Hier bekomme ich wenigstens jeden Tag zu essen.“48
„Am 8. April 2004 unterzeichneten die Rebellen und die sudanesische Regierung ein Waffenstillstandsabkommen in N’Djamena, der Hauptstadt des Tschad, unter Vermittlung des tschadischen Präsidenten und der Afrikanischen Union.

Von Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch, Amnesty International und der Gesellschaft für bedrohte Völker wurden der sudanesischen Regierung systematische Massaker gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen, vor allem wegen der Unterstützung der Dschandschawid. Es wurden Vergleiche mit dem Völkermord in Ruanda 1994 gezogen, Human Rights Watch hielt den Tatbestand der systematischen Vernichtung für erwiesen. Tausende Sudanesen waren bereits bei „ethnischen Säuberungsaktionen“ gestorben, Hunderttausende wurden zur Flucht gezwungen. Dem Land drohte eine Hungerkatastrophe.

Viele Staaten, wie Großbritannien, die USA und Deutschland kritisierten die sudanesische Regierung. Sie konnten jedoch nicht viel an der Situation ändern, da v.a. Russland und China entscheidende Vorgehen verhinderte. „Die Truppen der AMIS konnten wenig gegen die Menschenrechtsverletzungen in Darfur ausrichten. Ihr Mandat war beschränkt auf den Schutz von Beobachtern.“49

Ende Mai 2005 unterstützte die NATO, auf Bitte der Afrikanischen Union hin, Darfur logistisch.

Anfang 2006 wuchs auch die Zahl der Angriffe auf Flüchtlingslager im Tschad stetig an.

Es sollte den reichen Ländern oder der UNO doch möglich sein, mit den Nahrungsmitteln auch Brennmaterial zu schicken oder den Flüchtlingen beim Bau brauchbarer Kochstellen zu helfen, aber nichts geschah in diese Richtung“.50

Ich habe im Laufe meiner Recherche mehrere verschiedene „Begründungen“ für den Darfur-Konflikt gefunden. Ich glaube jedoch nicht, dass man genau sagen kann, was oder wer „schuld ist“ an den Problemen des Sudans. Meiner Meinung nach ist es eine Anhäufung aus diversen Ursachen, die schlussendlich den Hass in den Menschen erzeugt.

Laut Ban Ki-moon (UNO-Generalsekretär) ist u.a. der Klimawandel schuld an der Krise. Durch die ständige Erwärmung sei in den letzten 30 Jahren die Zahl der Anbauflächen und Weideländer durch die zunehmende Wüstenbildung stark zurückgegangen. Dies habe zur Folge, dass die nördliche Bevölkerung in den Süden ziehen muss, da dort die Niederschläge größere Vorkommen haben.

„Jedes Jahr rückt die Sahara 10 km weiter nach Süden, Weiden, auf die sich die Pastoralisten bislang noch verlassen konnten, dörren aus, Wasserlöcher, die sich in der kurzen Regenzeit im August regelmäßig noch gefüllt haben, bleiben leer“.51

Es entstanden im Laufe der Jahre „viele neu gebohrte mechanische Tiefbrunnen und maschinell ausgehobene Rückhaltebecken“. Dadurch glaubten die Menschen, sie könnten ihre Herden größer werden lassen. Dies führte jedoch wiederum zu Überweidung und zu neuen Konfliktpunkten.52

Westliche Regierungen sehen vor allem die „politische Unterdrückung, wirtschaftliche Vernachlässigung und Militarisierung der Region durch die sudanesische Regierung“ als Ursache an53.

Dass im Falle von Darfur wirklich die sudanesischen Regierung eine Schuld trägt zeigt Bernhard Streck (2007) mehrmals sehr deutlich in seinem Buch:

„Waffenlieferungen an unruhige Gruppen im verfeindeten Ausland sind ebenfalls ein beliebtes Mittel neuafrikanischer Regierungen, sich für entsprechende Maßnahmen gegen die eigene Machtposition zu rächen. Numeiri hatte den Zaghawa in Nord-Darfur Waffen geschenkt, damit diese Hissein Habre im Tschad gegen Libyen unterstützten. Ghadafi rächte sich mit Waffenlieferungen an arabische Nomaden in Darfur, die damals die Zentralregierung in Khartum schwächen sollten. Um das Jahr 1984 herum, als eine schreckliche Hungersnot Darfur und Tschad heimsuchte, war die Fluchtregierung noch von West nach Ost: Die Menschen flohen vor Hunger und marodierender Soldateska der tschadischen Konfliktparteien in die Obhut des Sudan, wo Hilfsorganisationen Obdach und Essen bereithielten. Dies war die offizielle Seite der Katastrophe, auf der inoffizielle deckten sich die Flüchtlinge mit „Volksgewehren“ ein, weil zu beiden Seiten der Grenze die alte Lehre wieder Gültigkeit bekam, dass auf den Staat kein Verlass sei und man Recht in die eigenen Hände nehmen müsse. Mit der Verteilung von Waffen an regierungstreue Stämme hat der Staat seine Impotenz selbst zugegeben. Denn ob die Vernichtungswaffen in den Händen ihrer Empfänger dann immer im Sinne des Spenders verwendet werden, muss dahingestellt bleiben“.54

Der Streit um das Erdöl wird nur selten beim Namen genannt. „Die Tragödie von Darfur wird sich fortsetzen, weil Khartum seine große Westprovinz [Darfur] unter keinen Umständen aufgeben kann. Im südlichen Darfur werden große Ölvorkommen erwartet. Russland, Rumänien, Bulgarien, Irland und Japan haben neben China schon früh ihr Interesse an einer Ausbeutung bekundet. Mit den Bohrungen aber kann erst begonnen werden, wenn das Gebiet ruhig ist. Das machen die Janjawîd, indem sie die Bevölkerung verjagen. … Die SLA und die JEM sind nicht gegen Ölforderungen in Darfur, aber sie möchten ein Teilungsabkommen für die Einkünfte, wie es der damalige Chef der Südrebellen John Garang für seine SPLM offenbar erreicht hat. Nach Abzug der Schuldentilgung wird der Reingewinn von Bentiu und den anderen angrenzenden Ölfeldern zu 50% zwischen Khartum und Juba aufgeteilt. Omar el-Bahir musste diesem Abkommen zähneknirschend unter massivem Druck des US-Beauftragten John Danforth zustimmen“55. Andere Länder können an der Situation im Sudan nicht viel ändern, „weil internationaler Druck in einem Land, das wie der Sudan geführt wird, nicht als neutral empfunden wird und daher wenig bewirkt. … Tatsächlich haben sich Firmen aus Kanada, aus Schweden und aus Österreich aus dem zunächst mit viel Optimismus betriebenen Geschäft mit dem Sudanöl zurückgezogen. … Sofort sprangen chinesische, indische und malaysische Konsortien in der Bresche und vollendeten das Werk, aus dem internationalen Kostgänger Sudan ein Ölförderland zu machen“.56

Oft wird der Konflikt auch so erklärt, dass der muslimisch-arabische Norden den hauptsächlich christlich-westlich geprägten Süden unterdrücken will. Fast alle Bewohner Darfurs „beten in Richtung Mekka“ und „auf den Grundschulen wird seit jeher in Arabisch und nicht in Englisch unterrichtet“. Dies kann also auch nicht der wahre Grund für den „ersten Genozid des 21. Jahrhunderts sein“.57 Weiteres gibt es auch unter den Stämmen, die arabisch sprechen dunkelhäutige Menschen, „weil sich die Gruppen seit Jahrhunderten, insbesondere infolge der lange Zeit üblichen Sklaverei vermischt haben“.58 Der eigentliche Auftrag der Dschandschawid war, die lokale Basis der Rebellenorganisationen SLA und JEM zu zerstören. „Bei der Auswahl der zu überfallenden Dörfer fragten die Janjawîd bald nicht mehr, ob hier wirklich Verbindungen zur SLA oder zur JEM bestehen, sondern sie fragten nur noch nach der Ethnie. … Wie schon betont handelt es sich mehr um eingebildete als um tatsächliche Rassenkriterien, da viele Arabisch sprechende Darfurer sich äußerlich kaum von den Schwarzafrikanern unterschieden. Amnesty International hat die Aussage eines Janjawîd übersetzt: „Omar al Bashir sagte uns, dass wir alle Nuba töten sollten. Es gibt hier keinen Platz mehr für die Neger.““59

Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten.“

Artikel 4 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte60

Halima Bashir, eine im Jahr 1979 geborene Zaghawa-Ärztin, bringt in ihrem Buch „Tränen die Wüste“ ihre Geschichte und die Geschichte ihres Landes und des Konflikts zu Papier. Hier ein kleiner Ausschnitt daraus:

„Ministerpräsident Sadiq al-Mahdi [1986-1989] war ein gerechter Mensch, dem die Missachtung der schwarzafrikanischen Stämme im Sudan sehr bewusst gewesen war. Aber man hatte ihn ins Gefängnis geworfen. Die neuen Machthaber nannten sich „Nationale Islamische Front“. Sie bezeichneten sich als „islamische Regierung“ und setzten es sich zum Ziel, den Sudan von allen unislamischen Gedanken, Taten und Menschen zu säubern und das Land zu einem rein islamischen Staat zu machen, in dem das Gesetz der Islam, die Scharia, gelten sollte. Sie versprachen, ihre Bemühungen, die schwarzafrikanischen „Ungläubigen“ im Süden des Landes zu bezwingen, noch um ein Vielfaches zu verstärken, und riefen alle jungen Männer auf, sich diesem Glaubenskrieg, diesem „Dschihad“ anzuschließen. Wer sich nicht freiwillig meldete, wurde zum Militärdienst eingezogen. Mein Vater wusste, was ein Regime aus Militärs und islamischen Extremisten zu bedeuten hatte. Ihm war klar, dass es sich um eine Regierung der Araber für die Araber handelte. Sein Instinkt sagte ihm, dass nun eine schreckliche Zeit anbrechen und das ganze Land in einen Krieg getrieben werden würde, dem die Menschen in Darfur nicht unbeschadet entrinnen konnten … Dschihad…da kämpfen heilige Krieger gegen Ungläubige, gegen Menschen die ohne Glauben sind…das ist die Propaganda der Leute, die die Macht in diesem Land an sich gerissen haben! ... Dann sprach mein Vater weiter „Ich erzähle dir mal etwas über deine sogenannten „Ungläubigen“. Vier Millionen dieser Menschen haben sich in Flüchtlingslager gerettet, um diesen tapferen ‚heiligen Kriegern‘ zu entkommen, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Viele von ihnen sind Moslems. Da werden moslemische Glaubensbrüder getötet, Frauen und Kinder abgeschlachtet… Und all diese „Ungläubigen“ sind Schwarzafrikaner wie wir.“ Schon seit Wochen waren Beauftragte der Regierung durch die Dörfer der Zaghawa gezogen und hatten junge Männer für den Kampf in diesen sogenannten Dschihad rekrutiert. Die holten sich leichte Opfer: Waisen, junge Männer ohne Ausbildung und Arbeit. Und durch diese Fernsehsendung, Fisah hart el fidah, erfuhren die Zaghawa-Familien dann, dass ihre Verwandten getötet worden waren – wenn die Leichen der „Märtyrer“ vor den Kameras zur Schau gestellt wurden“61.

„Er richtete eine kurze Ansprache an uns, in der er erklärte, dass im ganzen Land der nephirh,der Notstand, ausgerufen worden sei. Zu seinem Bedauern müsse er uns mitteilen, dass die Universität [in Khartum] bis auf weiteres sofort geschlossen werde. Dann stieg der Dekan vom Podium , und einer der Zivilbeamten nahm seinen Platz ein. In schrillem, hetzerischen Ton teilte er uns mit, das Lad befinde sich in einer Krise. Die Nationale Islamische Front brauche Freiwillige, die sich dem Dschihad im Süden anschlössen, dass die Ungläubigen sonst über das Land herfallen würden. Alle Personen im entsprechenden Alter sollten sich zum Kampfeinsatz melden. Frauen dürften zwar nicht zu den Waffen greifen, könnten sich dem Dschihad aber als Helferinnen anschließen. Für die jungen Männer sei der Dschihad jetzt keine freiwillige Angelegenheit mehr. Sie seien zum Kämpfen verpflichtet. Wer sich für ein Jahr verpflichte, könne mit Vergünstigungen rechnen. Das Studium werden für diese Freiwilligen verkürzt, und sie könnten es garantiert mir guten Ergebnissen abschließen. Der Dschihad sei wichtiger als akademische Bildung, daher sei es nur recht und billig, dass die Dschihadisten eine Belohnung erhielten. Alle Universitäten würden bis auf weiteres geschlossen, es gebe also keine Möglichkeit, das Studium vorzusetzen. Die einzige Alternative bestehe darin, sich dem Dschihad anzuschließen – dem Land und dem Islam zuliebe. Wer sich weigere, werde seinen Studienplatz verlieren, erklärte der Geheimpolizist mit drohendem Unterton. Nachdem er seine Rede beendet hatte, wurde ein Video abgespielt. Es zeigte blutrünstige Szenen aus der Fernsehsendung Fisah hart el fidah, untermalt mit patriotischer und religiöser Musik, die heroisch anschwoll, während die Gesichter der Märtyrer zur Schau gestellt wurden und die Mütter erzählten, wie stolz sie darauf seien, dass ihre Söhne den Märtyrertod für die Sache gestorben waren. … Ich wusste, wofür die Menschen im Süden kämpften. Viele von ihnen waren Moslems wie wir, und sie kämpften für die Rückkehr zur Demokratie. … In der Schlussszene des Videos sah man, wie irgendwelche Beamte den Müttern der sogenannten Märtyrer Geld und kleine Geschenke überreichten“62.

Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum Mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muss allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offen stehen.

Die Bildung muss auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundrechten gerichtet sein. Sie muss zum Verständnis, Toleranz und Freundschaft zwischen allen Nationen beitragen und der Tätigkeit der Vereinten Nationen für die Wahrung des Friedens förderlich sein.

Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteilwerden soll.“

Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte63

Alle Menschen haben das Recht, sich friedlich zu versammeln und zu Vereinigungen zusammenzuschließen.

Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören.“

Artikel 20 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte64

„Natürlich verkündete niemand öffentlich, dass diese Menschen in den Kämpfen verwundet worden waren. Im Krankenhaus selbst gab es ein Polizeirevier, und jeder Patient musste dort vor seiner Behandlung ein Formular ausfüllen. Dieses Formular wurde vom Arzt unterschrieben; es verzeichnete die Verletzungen des Patienten und wie sie entstanden waren. Mit Hilfe diese Systems sollten etwaige Darfuri-Rebellen identifiziert werden, um sie noch im Krankenhaus aufspüren und festnehmen zu können. Doch es gab Ausnahmen von diesen Regeln, denn manche Verletzten kamen mit einer Polizeieskorte ins Krankenhaus, und sie durften wir ohne Formular behandeln. Die verwundeten Männer waren Dschandschawid – „die teuflischen Reiter“ -, Angehörige arabischer Stämme, von der Regierung mit Waffen versorgt, um unsere Dörfer anzugreifen“65.

Der Untersuchungsausschuss des Internationalen Strafgerichtshofs stellte im Januar 2005 aufgrund von unabhängigen Berichten fest, dass „die Täter vor Gericht zu stellen seien“. Dem stimmten im März desselben Jahres 11 Staaten zu. „Vier Staaten enthielten sich, darunter China und die USA. Dies liegt unter anderem daran, dass beide Staaten ebenfalls das Römische Statut [„ist die vertragliche Grundlage des Internationalen Strafgerichtshofs… legt Funktion und Struktur des Gerichts sowie die Regeln für seine Rechtsprechung fest… begründet Gerichtsbarkeit für die strafrechtliche Verfolgung bestimmter Handlungen… gilt jedoch nur unter der Bedingung, dass die zuständige nationale Strafgerichtsbarkeit keine Ermittlungen durchführt oder angemessene Ermittlungen durchgeführt hat oder nicht willens oder in der Lage ist, eine angemessene Strafverfolgung durchzuführen66] nicht unterzeichnet haben. Eine Zustimmung zu der Resolution hätte also praktisch eine Zustimmung zur Legitimität des IStGH bedeutet.“67

Im April 2007 wurden Haftbefehle gegen Ali Kushayb (Janjaweed-Führer) und Ahmad Harun (ehemaliger sudanesischer Innenminister) erlassen. Am 4. März 2009 erfolgte der Haftbefehl gegen al-Bashir, „der erste, der gegen einen amtierenden Staatschef durch den IStGH ausgestellt wird. Den Anklagepunkten Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen wurde am 10. Juli 2010 die Anklage wegen Völkermord hinzugefügt.“ Er ist jedoch „als amtierendes Staatsoberhaupt sowohl in nationalem Recht, als auch durch Völkerrecht unter dem Immunitätsgrundsatz vor strafrechtlicher Verfolgung während seiner Amtszeit geschützt.“68

Es gibt abertausende Geschichten über die Milizen der Regierung und die Dschandschawid zu erzählen. Alle sind sehr ähnlich und doch so grausam, dass jede einzelne zu Papier und zur Anklage gebracht werden müsste. Im Folgenden habe ich ein paar der mir bekannten und zugleich für mich erschütterndsten Geschichten, oder teilweise auch nur Teile von Geschichten, zusammengebracht.

„An einem besonders schrecklichen Tag erschien eine völlig verstörte Mutter mit ihren zwei Söhnen, neun beziehungsweise sechs Jahre alt. Die kleinen Körper wiesen grauenhafte Verbrennungen auf. Ich fragte die Frau, was passiert sei. Die Dschandschawid hatten ihr Dorf überfallen. Der Vater der Jungen war vor ihren Augen niedergeschossen worden; dann hatte man seine Söhne lebend in die brennende Hütte geworfen.

Die Zahl der eintreffenden Kriegsopfer wuchs schnell; schon bald musste man von einem wahren Ansturm sprechen. Eine Horrorgeschichte reihte sich an die andere. Einem kleinen Zaghawa –Jungen war das halbe Gesicht von Gewehrkugeln weggerissen worden. Anstelle seines Auges klafffte ein Loch. Ich sah grauenhaft verbrannte und entstellte Gesichter und Kinder, deren Beine in den glühenden Hütten geradezu geröstet worden waren. Und die vielen, vielen ausgefransten, blutigen Schusswunden. Ich hatte nicht gewusst, was eine Gewehrkugel mit einem menschlichen Körper anrichten kann. Es war grauenhaft“.69

Halima Bashir wurde zweimal entführt Das erste Mal, weil sie mit einem Journalisten gesprochen hatte - sie brachte dabei jedoch nur kurz und bündig das zur Sprache, was ohnehin schon offensichtlich war – und sie als Ärztin nicht nur verwundete Regierungsmilizen versorgte, sondern auch verwundete der Rebellengruppen. Die beiden Männer brachten sie „in ein „Geisterhaus“ – ein Gebäude, das aussah wie eine x-beliebige Villa, in Wahrheit jedoch ein Geheimgefängnis war. Solche Häuser benutzten sie, um ihre Opfer zu verstecken und „verschwinden“ zu lassen.“70 Es waren sudanesische Polizisten, die sie dazu zwangen, zu unterschreiben, dass sie „nie wieder mit einer Zeitung über irgendwen oder irgendwas reden“ wird.71 Beim zweiten Mal wurde Halima von drei sudanesischen Soldaten mitgenommen, weil sie mit zwei UN-Mitarbeitern geredet hatte. … „Sie brachten mich in ein Militärlager am anderen Ende des Dorfes. … Kaum hatte ich den Raum betreten, begannen sie sofort, ohne jede Vorwarnung, auf mich einzuschlagen. Sie raten mir heftig in den Bauch. Als ich mich vor Schmerz krümmte, hagelte es weitere Tritte und Hiebe auf die Beine, die Hüften, die Schultern. Ich fiel zu Boden und versuchte meinen Kopf mit den Armen zu schützen. Dann landete ein Stiefel in meinem Gesicht, und durch mein Auge schoss brennendes weißes Licht. Ein weiterer Kopftritt zerschmetterte meine Finger mit dem knackenden Geräusch brechender Knochen. … Nacheinander vergewaltigten mich alle drei. Als der Dritte fertig war, begannen sie von vorn. und die ganze Zeit über verbrannten sie mich mit ihren Zigaretten und ritzten mich mit ihren Messerklingen.“72

Jeder hat das Recht auf freie Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu sichern, zu empfangen und zu verbreiten.“

Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte73

Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedringender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.“

Artikel 5 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte74

„Das Dorf wirkte seltsam, ja geradezu unheimlich still – als hielte es den Atem an, als wartete es auf etwas. Wir besprachen gerade, welche Klinikvorräte aufgestockt werden müssten, als plötzlich vom Marktplatz her tumultartiger Lärm zu uns drang. In der Ferne waren Schreie und Getrampel wie von vielen rennenden Menschen zu hören. Einen Augenblick lang fragte ich mich ängstlich, ob das ein Überfall war. verwarf den Gedankten aber wieder, weil keine Schüsse fielen. Plötzlich strömte eine Menschenmenge auf den Marktplatz, machte geschlossen kehrt und lief auf uns zu. Einige trugen schwere Lasten in den Armen. Ich konnte nicht genau erkennen, was es war, aber es sah aus wie menschliche Körper. Während die Menge näher kam, wurde mir klar, worum es sich handelte: Es waren die Mädchen aus der Dorfschule. Ich sah herabhängende Köpfe und im Wind flatternde beigefarbene nyangours – lang Kleider, die Standarduniformen der Mädchenschulen. ... Ich sah den Schmerz und die Wut in den Gesichtern der Erwachsenen und hörte das Wimmern der Mädchen. … Als die Menge uns umschloss, bemerkte ich, dass die Kleider der Schülerinnen zerrissen, verschmutzt und blutbefleckt waren. … Rings um mich gellten verwirrende, ohrenbetäubende Schreie. Ich versuchte, etwas herauszuhören. „…Bestien…“ „…die Schule überfallen…“ „…Monster…“ „…der leibhaftige Teufel…“ „…Kinder…“ „…vergewaltigt…“ „…zerstört…“ „Die Dschandschawid! Die Dschandschawid!““75 „Vorsichtig spreizte ich der kleinen Aisha die Beine und erblickte rohes, blutiges Fleisch. Sie war beschnitten, so wie ich. Der erste Araber, der in sie eingedrungen war, hatte sie förmlich zerrissen. mich überkam ein Ekelgefühl, das mir geradezu Übelkeit bereitete, und gleich darauf befiel mich heiße, panische Angst. Es war genau so, wie ich erwartet hatte. Ich würde die Wunde säubern und nähen müssen – und ich hatte keine Narkosemittel. … Als ich Aishas zerrissenes Geschlechtsteil gesäubert und genäht hatte, waren ihre Angstschreie für immer in mein Gedächtnis eingebrannt. Und sie war nur die Erste von vielen. Mit war inzwischen klar, dass wir nicht genug Vorräte hatten, um alle zu behandeln, und dass ich improvisieren musste.“76

„Über vierzig Mädchen hatte man ins Krankenhaus getragen, aber mir war klar, dass es n och mehr Vergewaltigungsopfer gab. In manchen Fällen schämten sich die Eltern o sehr, dass sie ihre Töchter mit nach Hause genommen hatten, um sie mit traditionellen Heilmethoden zu behandeln und die Gewalt, die man ihren Kindern angetan hatte, nach Möglichkeit geheim zu halten. Es war eine traurige Tatsache, dass die Opfer einer Vergewaltigung in unserer Kultur gewissermaßen als beschädigte Ware betrachtet wurden und ihr Leben durch das erlittene Unglück als zerstört galt.“77 … „Die Dschandschawid hatten Schusswaffen, Messer, schwere Stöcke – die Stöcke, mit denen sie ihre Pferde schlagen. Wen sich ein Mädchen zu wehren versuchte, wurde es mit solch einem Stock geschlagen. … Sie schreien und brüllten. Weißt du, was sie gesagt haben? ‚Wir sind gekommen, um euch zu töten, m euch alle zu erledigen! Ihre seid schwarze Sklaven! Ihr sein schlimmer als Hunde! Entweder töten wir euch oder wir machen euch arabische Kinder. Dann gibt es keinen schwarzen Sklaven mehr in diesem Land.‘ … In dem ganzen durcheinander schafften es ein oder zwei Kinder zu fliehen. Sie rannten nach Hause und schlugen Alarm. Doch als die Eltern auf die Schule zuliefen, wurden sie von Regierungssoldaten aufgehalten, die eine Postenkette um das Gebäude gebildet hatten und niemanden hineinließen. Wer zu dicht herankam, wurde beschossen. Die Eltern hörten ihre Töchter schreien, konnten ihnen aber nicht helfen. Zwei Stunden lang belagerten sie die Schule. Sie missbrauchten die Mädchen vor deren Freundinnen und zwangen diese, zuzusehen. Jedem Mädchen, das Widerstand leistete, wurde mit einem Stock oder Gewehrkolben auf den Kopf geschlagen. „Bevor sie wegritten, spuckten und urinierten sie auf uns“, flüsterte Sumiah. „Sie sagten: ‚Wir lassen euch am Leben, damit ihr euren Müttern und Vätern und Brüdern erzählen könnt, was wir getan haben. Richtet ihnen von uns aus, dass mit ihnen allen dasselbe und noch Schlimmeres passiert, wenn sie bleiben. Beim nächsten Mal gibt es keine Gnade mehr. Verlasst dieses Land! Der Sudan gehört den Arabern, nicht den schwarzen Hunden und Sklaven!‘““78

Besser zu sterben und die eigene Würde zu bewahren, als den seelischen Tod einer Vergewaltigung zu erleiden – so sahen es die Massalit und die Zaghawa.“79

„Eine Flotte von fünf Hubschraubern raste aus der aufgehenden Sonne heraus. … Unter dem stummelartigen Flügel schossen mehrere grelle Blitze und Rauchwolken hervor. Glecih darauf explodierten die Hütten direkt unter dem Helikopter. Lehm, Dachstroh, Äste und menschliche Körper wurden in die Luft geschleudert. … Standhaft blieb mein Vater allein zurück. In der Ferne stürmte unter den Hubschraubern eine dicht gedrängte Reihe von Reitern heran. Unter pausenlosem Schießen fielen sie mit Gebrüll auf unser Dorf ein. … Die Dschandschawid spornten ihre Pferde an und warfen brennende Fackeln in die Hütten. … Auf dem Boden lag in einer Blutlacke eine zusammengesunkene Leiche. Neben der toten Mutter glomm ein rauchendes Feuer, und in der Asche lag ein winziger verkohlter Körper. Die Dschandschawid hatten der Mutter in den Bauch geschossen und ihr Baby in die Flammen geworfen. … Dorfälteste waren bei lebendigem Leib in ihren Hütten verbrannt, Babys ins Feuer geschleudert worden. …“80

„Am allerschwierigsten ließen sich die psychischen Traumata behandeln. In den schlimmsten Fällen hatten Frauen ihre gesamte Familie verloren. Viele dieser Frauen hatten auch den Verstand verloren. Sie hockten da, murmelten vor sich hin, schrien, lachten laut. Sie umfassten sich selbst mit den Armen, wiegten sich vor und zurück und starrten stundenlang, ohne Unterlass in die Luft. Sie verweigerten die Nahrungsaufnahme und registrierten nicht mehr den Unterschied zwischen Tag und Nacht. und ich konnte ihnen nicht helfen.“81

„„Alle rannten sie fort, so schnell sie konnten. Meine Frau da drüben hielt unseren zweijährigen Sohn fest im Arm, und sie rannte mitten durch das Gebüsch. Gott sei Dank fand sie einen guten Weg. Ich nahm meine vierjährige Tochter Amma, und wir rannten, so schnell wir konnten, auf einem anderen Weg in das Gebüsch. Sie fingen mich, die Dschandschawid, und ich ließ sie los und sagte ihr, sie solle laufen. Aber sie lief nicht weiter; sie sah vom Gebüsch aus zu, wie sie misch schlugen und mich an einen Baum fesselten, die Arme so nach hinten“ – er formte mit den Armen einen Kreis hinter seinem Rücken. „Einer der beiden Dschandschawid wollte mich eben auf sehr schmerzvolle Weise töten. Meine Tochter konnte diesen Anblick nicht ertragen, und sie rannte auf mich zu und schrie: ‚Abba, Abba!‘“ Diese Worte bedeuten „Papa, Papa!“, und dabei stieg ihm der Schmerz in die Kehle, sodass er eine Weile verstummte. „Der Dschandschawid, der mich an den Baum gefesselt hatte, sah, wie meine Tochter auf mich zulief. Er senkte sein Gewehr und ließ sie in sein Bajonett laufen. Er stieß heftig zu. Die Klinge durchstach ihr komplett den Bauch. Immer noch schrie sie: ‚Abba, Abba!‘ Dann hob er seine Waffe an und meine Tochter mit, und das Blut aus ihrem Körper rann überall über ihn. Er tanzte mit ihr in der Luft herum und schrie zu seinen Freunden: ‚Schaut, was ich für ein wilder Krieger bin!‘, und sie johlten zurück: ‚Ja, was für ein wilder, wilder Krieger!‘, während sie andere Leute niedermetzelten. Meine Tochter sah mich Hilfe suchend an und streckte gequält die Arme nach mir aus. Sie versuchte, ‚Abba‘ zu sagen, aber es kam nichts. Es dauerte sehr lange, bis sie starb, ihr Blut rann so frisch und rot herunter aus diesen – was eigentlich? Diesen Mann? Diesen Teufel? Er war rot bemalt mit dem Blut meiner kleinen Tochter, und er tanzte herum. Was war er?“…82

Weitere interessante Fakten83


  • China liefert Waffen nach Khartum – der Sudan liefert Öl nach China

  • China schützt Ölpipelines die durch den Sudan laufen durch chinesische Truppen

  • etwa 70% der Ölerlöse werden für den Krieg verwendet

  • Hilfskonvois werden regelmäßig von Regierungsmilizen ausgeraubt

  • bis September 2004 sah die US-Regierung den Darfurkonflikt nicht als Genozid an – am 09.09.2004 wurde die Erklärung zum Völkermord von der Bush-Regierung entsendet

  • Sendemasten im Sudan werden von der Regierung kontrolliert

Einfluss anderer Staaten




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