Lübecker Ratsurteile herausgegeben von Wilhelm Ebel



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Lübecker Ratsurteile

herausgegeben von


Wilhelm Ebel
Band 3
1526 — 1550

1526 Jan. 31

i. Samende Were.Gesamlforderung der Beteiligten,
Vollmacht der Einzelnen.

De Ersame Radt tho Lübeck hebben tuschen den erhafftigen her


Johan Leman anclegern eines, Gretken Hökers andersdels, van wegen
etlikes flasses, so gedachten hern Johannis broder seliger Berndt Leman
der gedachten Gretken gedaen und vorkofft hedde, darup se ock dem-
sulvigen eine marck lubesch botalet, stellede derhalven tho rechtes er-
kantenisse, se scholde ohme dat nastande als vulmechtiger siner anderen
broder gelden und botalen; dar kegen van wegen der frouwen ange-
tagen, dat se ome nicht schuldich were tho antworden, he muste denne
de schult wo nha lubeschen rechte wontlick bowisen etc., hedde ock
binnen jar und dage darumme nicht gespraken, se bestünde ohme ock
nicht, dat se darup botalinge gedaen hedde etc.; dar kegen her Johan
replicerde, dat he in tiden, als der frouwen dath flass gedaen, mit sinem
vorstorven unde anderen broderen im samende geseten, vormende tho
rechte, se ohme botalinge doen scholde etc., nha widerm der parte
vorgevende, clage, antworde . . . usw. affseggen laten:
Kan de ancleger bowisen, dat he thor tidt, als der frouwen dat flass
gedaen, mit sinem vorstorven und anderen broderen im samende ge-
seten, so moth ohme de frouwe dar tho antworden, idt gha denne furder
darumme who recht is.
Jussu consulatus. Actum Mercurii ultima Januarii.

NStB 1526 Conversionis Pauli.

1526 Febr. 6



2. Verkauf für fremde Rechnung. Risiko des rückständigen

Kaufpreises.

De Ersame Radt tho Lübeck hebben tuschen Hans Brühn ancleger eines


und Andreas Schriver andtwordesman andersdels, van wegen eines stro
wasses, dat de ancleger seligen Hans Felth thom besten und üth sinem
bovele einem gesellen, Hans Moller genomet, de namals ungewisse
geworden, waraff noch einhundert tweundsostig marck einen verdingk
Rigesch by demsulvigen uthstaen, verkofft hadde, stellende tho rechte,
nachdeme Andreas Schriver des seligen Hans Feldes guder angetastet
und rekenschup daraff van Hans Bruns entfangen, scholde ohme tho
dem gelde schuldig sin tho andtworden; darjegen de andtwordesman
sick leth erluden: nademe de cleger dath wass verkofft hadde, mochte

wordesman nicht bestünde, darumme musten se ohne mit einer fullen-


kamen clage anspreken, mit tugen edder edes handt.
Jussu consulatus. Sabbato 7. Julii.

NStB 1526 Visitationis Marie.

1526 Juli 18



6. Erbschichtung und Aussteuer.

(aus dem Niedergericht)

De Ersame Radt tho Lübeck hebben eines ordels halven uth dem
neddersten rechte vor se geschulden thwisken Pawell Stecker ancleger
eyns und Alheit, zeligen Peter Beckers nagelaten wedewen andersdels,
van wegen der erffschichtinge, so de frowe ores zeligen marines halven
van den guderen, so he van synen zeugen vader und moder enthfangen,
tho welckeren desulve Peter Becker unde Elsebe sine suster, de nhu
Pawell tho der ehe hefft, vermuge eyner schlifft in dythsulve bock
anno etc. 20 Conceptionis Marie, Jacob Jackensticker beginnende,
geschreven, tho donde schuldich syn scholde, dariegen de fruwe
leth seggen, dath genanthe Pawell Steckers fruwe, wowoll sie mith
sampt orhem manne de negesten tho ores vaders und moder nage-
laten guderen getuget, uth densulven gudern werhe beraden worden
und dardurch alles wes or geburen muchte entfangen und myt gekre-
gen, derhalven vorhapende, wider erfschichtinge tho donde nicht plich-
tich tho synde etc., na widerem vorgevende, clage . . . usw. affseggen
laten:

Wowoll de nagelaten wedewe zeligen Peter Beckers eyne andtwordes-


frouwe is, künde se dennoch bewisen, dath ores mannes suster uth den
gudern beraden und orhe mann mith dem vader in dem samende be-
sitten gebleven, des muchte se geneten und were tho wider erffschich-
tinge nycht plichtich tho anthworden.
Jussu consulatus. Actum Mercurii 18. Julii.

NStB 1526 Margarete virginis.

1526 Juli 18

7. Kauf unrechtmäßig geschlagenen Holzes. Eigentumserwerb.

Diebstahl.

De Ersame Radt tho Lübeck hebben thwisken ern Hinrick Sclothel


vulmechtiger des werdigen Capittels tho Ratzeborch ancleger eyns
und Hans Blücher anthwordesman andersdels, van wegen eynes ne-

wedder holtes de ane weten und wyllen des Capittels uth oren holtan-


gen gehouwen und von Hanse gekofft, de he deme Capittel volgen to
laten schuldich sin sdiolde, dariegen Hans Blücher leth seggen, he
hadde dat holt alhir vor der Stadt up deme frien ströme gekofft und
bethalt, und dewile de lüde, de se dannede beschuldigen, under dem
Capittel wanhafftich und dat holt noch umb duffte edder roffgudt
wurde angespraken, stellede he to rechte, nicht plichtich tho sinde tho
deme holte tho anthworden, na widerem vorgevende, clage . . . usw.
äff seggen laten:

Nademe dath holt nicht vor duffte edder roffgudt wurde angespraken


und de anthwordesman dathsulve alhir vor der muren gekofft und
bethalt, so werhe he nicht plichtig darto to anthworden, und moste
dath Capittel de anderen, de dath gehouwen, darumb anspreken.
Jussu consulatus. 18. Julii.

NStB 1526 Divisionis apostolorum.

1526 Juli 20


8. Brautsdlatz. Sicherstellung für das Kind. Beerbte Ehe.

De Ersame Radt tho Lübeck hebben eyns ordels halven uth dem


neddersten rechte vor se geschulden thwisken Gretken, Jochim Wendes
ehelicke husfrow anclegerschen eynes und demsulven Jochim orhem
manne anthwordesmanne andersdels, van wegen der fruwen bruth-
schatt, den de man dem kynde van desser fruwen gethelet schuldich
sin scholde tho vorsekern, wile se genodiget syck van ome tho begeven,
darjegen de man leth anthworden, de fruwe hedde syck bofflicken und
unschiddicken jegen ome geholden, dath syne vorbracht und so van
ehm geschent, vorhapede darumb, he wer nicht plichtich orher clage
genoch tho donde, nha clage, antworde . . . usw. affseggen laten:
Nadem de man mith der frouwen beervet und sie darbaven van ohme
geweken, so werhe he nycht plichtich dem kynde den bruthschatt tho
vorsekern.
Jussu consulatus. 20. Julii.

NStB 1526 Divisionis apostolorum.

1526 Aug. 4
9. Treue Hand. Stellung im Konkurs. Brautsdhatz.

De Ersame Radt tho Lübeck hebben tuschen Bordiert Kloth, Bernt


Johansen, Cordt Farver und Ladewich Tasskemaker alze vormunder
zeligen Hans Smedes nagelaten dochter eyns und den gemeynen ge-

loviger, die by zeligen Gerdt Krudup tho achtern, anderßdels, van


wegen etlikes kyndergeldes, ßo by zeligen Gerdt Kruduppn als ein vor-
munder der genanten junckfrowen gekamen, vorhopende sick, dath-
sulve scholde vor allen andern schulden voruth gan, dariegen de ge-
loviger leten seggen, dewile zelige Gerdt Krudup etlicke wyne van den
andern mithvormunden gekost und de tho syner nutte und fromme,
ock sust tho syner behoff gekamen, dar van de junckfrowe mede ge-
naten, und der vormunder mher, welcher am dele noch im levende,
ßo scholden sie gelick onhe dat ore bewisen und mit ohne intreden,
na widerm der parte vorgevende . . . laten äff seggen:
Wes by Gerdt Kruduppe als vormunder van wegen der junckfrowen
tho truwer handt gekamen, geyt negest deme bruthschatte voruth;
averst wes in koppenschoppe an wyne edder anders vorhanteret, moth
men gelick andern schulden fordern.
Jussu consulatus. Actum Sabbato quarta mensis Augusti.

NStB 1526 Vincula Petri.

1526 Aug. 4


10. Letztwillige milde Gabe der Frau. Haftung des Mannes.

De Ersame Radt tho Lübeck hebben twisken Mag. Johan Stortel-


berch, Cordt van der Hoye als testamentarien zeugen Hans Wichmans
ancleger eyns und Hynrick Munsterwech als de zeligen Annen nagela-
ten thor ehe by tiden ores levendes gehatt anthwordesman andersdels,
van wegen hundert gülden, ßo genante zelige Hans Wichman na dode
des gedachten Hinrickes husfrowen, umb de in de hande der armen
tho verdelende, gegeven, wile denne nhu des anthwordesmannes frowe
sodane hundert gülden by sick gehat und Hinrick van den erven der-
sulvigen syner husfrowen gescheden, ßo verhapede se sich sodane
hundert gülden vor entrichtinge sodaner erffschichtinge vor uth gan
scholden etc., dariegen de anthwordesman leth seggen, he werhe van
den frunden syner husfrouwen gescheden, nicht wetende van den hun-
dert gülden, und sie sick doch etlicke klenodien na deme upgerichten
vordragen undergewunden, ßo stellede he tho irkantnisse, de erve,
und nicht he weren tho sodane hundert gülden tho anthworden gehol-
den, na widerm der parte vorgevende . . . laten äff seggen:
Nadem de anthwordesman in der frouwen guder syttet und erffschich-
tinge gedaen, ßo moth he tho den hundert gülden anthworden.
Jussu consulatus. Actum Sabbato quarta mensis Augusti.

NStB 1526 Petri ad vincula.

1526 Aug. 8

11. Lohn des Sienermanns bei Unfähigkeit.
Strafbarkeit und Gnade.

De Ersame Radt tho Lübeck hebben thwisken Clawes Boßhaken


ancleger eynes und Schipper Hinrick Wylden anthwordeßman anderß-
dels, van wegen syner hure, de ehm de schipper dar vor, dath he mith
ohne van hyr in Burwasie vor sturman gesegelt, schuldich sin scholde,
dariegen de schipper sede, he hedde dat kurs na Burwasie nicht ge-
weten und ock nycht gedan, wes eynen sturmanne thobehorede, welcks
he mith sinem schepesfolcke, de in dem neddersten rechte darup getu-
get, des he eyne schrifft int richtebock schriven leth lesen, wolde be-
wisen, to rechte stellende, he were ome syne vulle hure, und baven
dath, dath he alrede wege hedde, nicht mher plichtich tho gevende, na
clage . . . laten affseggen:

Wyllen de frummen lüde, so im neddersten rechte getuget, by eren


eden beholden und warmaken, dath de sturman nicht heft können
vor eynen sturman genoch don, ßo is de schipper demesulven stur-
manne keyne hure schuldig to geven, und wowoll he darneven wol
groter straffe egede, ßo wolde idt dennoch em ein Erbar Radt tho
gnaden keren.
Jussu consulatus. Ut supra. Mercurij 8. Augusti.

NStB 1526 Vincula Petri.

1526 Aug. 17



12. Kauf auf Kredit. Vorlieferungspflicht. Erfüllung
im Gastrecht.

(Aus dem Gastrecht)

De Ersame Radt tho Lübeck hebben eynes ordels halven uth deme
gastrechte vor se geschulden thwisken Marcus Konynckstede burger
tho Meydeborch ancleger eyns und Franciscus Hilmers als ein ful-
mechtiger Reymer Sandowen anthwordesman anderßdels, van wegen
twe schepe soltes, ßo he van Andreas Becker bynnen Luneborch als
gedachten Reymers masschop, eyn vor reth gelt und idt ander up
negestkamende Wynachten tho bethalende gekost, darop ock sende-
breve van Reymer gebracht, de den kop des soltes mith ome maken
scholde, deme ock Reymer nagekamen, ßo stellede he tho erkantnisse,
he ome sodane thwe schepe soltes leveren scholde, dariegen de anth-
wordesman leth seggen, dath he woll bestünde, dath syn masschup ome
sodane thwe schepe soltes hedde verkost, de he ock tho leveren irbo-

dich, overst scholde ome vor de bethalinge borgen stellen, na widerm

vorgevende . . . laten affseggen:

Nademe Reymers masschop deme ancleger sodane thwe schepe soltes

verkost und den loven gegeven und Reymer ome dath tho leverende

thogesecht, ock des kopes mith ome eyns geworden, ßo moth he ome

sodane thwe schepe soltes by schinender sunnen leveren.

Jussu consulatus. Actum Veneris 17. Augusti.



NStB 1526 Assumptionis Marie.

1526 Aug. 18


13. Bürgschaft. Zahlung in der Währung des Versprechensortes.

De Ersame Radt tho Lübeck habben thwisken Hinrick Azel, Lambert


Roberch und Cordt Eidkmeyer alze vulmechtiger der gemeynen schul-
deneren, so by zeligen Matheus Schotelberch tho achter, ancleger eins,
und Lutken Middendorp anthwordesmann anderßdels, van wegen
eynes lofftes, ßo he und Herman Tylleman vor Barthelt Voß vor 300
gülden gedaen, und dewile he gelavet, so scholde ock mith ganck-
barer munte, so hir genge und geve, gelden und bethalen, dariegen van
Lutken gesecht, he bestünde woll, dath he vor sodane summa an klip-
penpenninge, de Barthelt Voß entfangen, gelavet hedde, und vor-
hapede sick mith sodaner munte sick des lofftes tho enthnemen, na
widerm der parte vorgevende . . . affseggen laten:
Nademe Lutke dat geloffte hir bynnen der Stadt gedaen, ßo moth
he ock mith sodaner munte als hir genge und geve is bethalen.
Jussu consulatus. Actum Sabbato 18. Augusti.

NStB 1526 Assumptionis Marie.

1526 Aug. 22



14. Ausbürgschaft. Erfüllungshaftung bei unterbliebener
Einbringung des Schuldners.

De Ersame Radt tho Lübeck hebben thwisken Manholt Matzen,


ridende bade, eyns, Andreas Wegener und Hinrick Azel anthwordes-
lude andersdels, deßhalven dath sinen wedderdeiL na luth und inholdt
eyner schrift am sonnavende jungestvorschenen geschreven, angande:
De Ersame Radt tho Lübeck etc., welcker gelesen, ein recht dach, umb
oren hovetman, den se uth den hechten geborget, wedderumb int recht
tho bringende ernennet, ßo stellede he tho erkentnisse eynes Erbaren
Rades, dewile se dersulvigen sententien nicht nagekamen, fellich syn

8

scholden und one tho den synen anthworden, dariegen de anthwordes-


lude leten seggen, dath ore hovetman, den se geborget, nicht inheymisch
were, mith beden one de tidt lenger tho verstreckende begerden, na
widerm vorgevende . . . laten affseggen:

Nademe de anthwordeslude eyn stecke recht hebben und oren hovet-


man tho recht nicht bringen, ßo moten sie der vorigen sententien ge-
noch don.
Jussu consulatus. Actum ut supra. Mercurii 22. Augusti.

NStB 1526 Assumptionis Marie.

1526 Aug. 31



15. Erbrecht der Witwe. Brautschatz. Jahrschar.
Heerwete. Schwertseite.

(aus Anklam)

De Ersame Radt tho Lübeck hebben eynes ordels halven van dem
Ersamen Radt tho Anckelm vor se geschulden tuschen Jurgen Vagede,
burgermeister tho Usedom ancleger eyns und Claus Meyer als eyn
vulmechtiger Schinckel Kakes nagelaten wedewen vormunder anth-
wordesman andersdels, na vorlesinge thwier ordelbreve, de eyne van
dem ancleger neffens eynes anderen vorsegelden breves, ode van deme
anthwordesman sambt eyner vulmacht, darinne he van der gedachten
frowen vormunder geconstituert, vorgebracht, van dem erschrevenen
Rade tho Andcelem irgangen und myth orem zegel bevestiget, welcher
ordell ludet aldus:

Nademe dath Schinckel Kakesche baven de jarschar als tweundtwintich


jar myt Schinkel Kake gelevet heft, und is eyne loffwerdige frowe, ßo
mach se ohren bruthschatt, den sie nicht bowisen kan, beholden mith
ores edeßhant, who gudt orhe gudt gewesen, do Schinckel Kode tho er
in dath gudt quam, und de guder, de van erven halven van orhent
wegen ingeflaten syndt, de schall sehe gelick deme bruthschatte voruth
nemen quidt und frig, und synt dar schulde, de se samptliken gemaket
hebben, de schall me van deme samenden overigen gude gelden und
bethalen, und wes daraver blifft, scholen se tho samende delen, und
so he ock antuth van deme gelde, dath he schal genhamen hebben van
syner moder und suster, und wert de dode hant, ßo schall he dat bo-
wisen na doder handt alze recht is, und ßo he wider anthutt van der
inwisinge in dath gudt, ßo schall de fruwe fredesam sytten ßolange
beth sie dath orhe daruth hefft, und dath herwede schall vallen an de
schwert syden, dath ga dar wider umb wo recht is, na widerm der parte
vorgevende . . . affseggen laten:

Dath ein Erbar Radt dath ordell eynes Ersamen Rades tho Andcelm

confirmiren und bestedigen.

Jussu consulatus. Actum Veneris 31. Augusti.



NStB 1526 Decollationis Johannis.

1526 Sept. 5



16. Eigentum und Besitz. Bau auf fremdem Boden.
Abbruch. Strafe.

(aus Anklam)

De Ersame Radt tho Lübeck hebben eynes ordels halven van dem
Ersamen Radt tho Ancklem vor se geschulden tuschen Mathias Ramme
ancleger eyns und Jochim Düker anthwordesman andersdels, van we-
gen eynes hoffrumes, darup ein unwontlich buwete gesettet, ßo vor-
hape he sick he datsulvyge nha lüde des ordelsbreves van deme Rade
tho Ancklem ergangen unde myth orem segell bovestiget, welckeren
gelesen, afbreken und dalnemen scholde, dariegen de anthwordesman
leth seggen, he hedde dat hus sampt deme hoffrume, darup dat nie
buwete gesettet, in langer tidt und fredesam sunder jenigerleye in-
sage in lifftinge gehatt, ßo vormende, ome tho daellegginge dessulvi-
gen nicht geholden tho sinde, na widerem der parte vorgevende . . .
äff seggen laten:

Kan de ancleger bewisen myth der Stadt boke, dath ome die egendom


des hoffrhumes thobehoren, ßo mach de anthwordeßman dath hus,
so darup gebuwet, affbreken; dath he averst jegen dath vorbott des
upgenanten Rades dath hus daruppen gesettet, mach he sunder broke
nicht gedaen hebben.
Jussu consulatus. Actum Mercurij quinta Septembris.

NStB 1526 Egidii ahbatis.

1526 Sept. 11



17. Gestellungsbürgschaft. Umfang. Kostforderung.
Beweis. Haft.

(aus dem Niedergericht)

De Ersame Radt tho Lübeck hebben eynes ordels halven uth dem
neddersten recht vor se geschulden thwisken Tymme Kykesiden an-
cleger eyns und Fabian Trechow als ein vulmechtiger, so he sede,
Cordt Trechouwen als borghe Herman Weskerhoff anthwordesmann
anders dels, deßhalven dat Trechow Herman up alle dath genne, ßo

10

he mith rechte up one bringen konde, geborget, diewile den Herman


mith omhe eyne tidtlangk in kost gegan und dar van keyne betha-
linge erlanget, ßo scholde he onhe darto anthworden, dar jegen na umb-
stendicheit der sacken angetagen, dath Hermen nicht myt ome in kost
gegan, dan alze he van etlidken bestroffet, by one gekamen, de one
ock herberget und eyne wile de kost gegeven, avers hedde darna gut-
lick verloff gebeden, dath one nicht geschadet wordt, dewile he denne
keyne vorwort mith ome gemaket, und darbeneven van ome gethovet
und Trechow one nycht wider denne tho rechte tho leverende geborget,
ßo vorhapet he sick ome tho andtworden ungeholden syn scholde, na
widenn der parte vorgevende . . . laten affseggen:

Wowohl Trechow eyn anthwordesmann is, kan he dennoch bowisen,


dath Kykesyde ome thogesecht, wenner he den hovetman tho rechte
leverde, ßo scholde he der borgetucht entslagen syn, ßo were he als
eyn lover nicht plichtig tho anthworden; danne ein jar kost steit tho des
anclegers seggen, und moth derhalven Hermann wedderumb in de
slothe gan beth he oren willen gemaket hedde.
Jussu consulatus. Actum Mercurii 11. Septembris.

NStB 1526 Nativitatis Marie.

1526 Sept. 26
18. Testament und Brautschatz. Vererbung.

De Ersame Radt tho Lübeck hebben thwisken Mathias Severini


wortforer Lutken Badensteins, Tymme Gerdes und mer andere, de sick
de negesten erven tho zeligen Elzeben Styntes, wandages zeugen
Berndth Stintes husfrouwe, nagelaten gudere de negeste erven vor-
meinden, eynes und Hanse thor Bruggen und Peter Frederickes, testa-
mentarien dersulven Elzeben, andersdels, van wegen des testamentes
dersulven Elzeben, welcker de testamentarien begerden by macht tho
delen, und de erven vormeinden tho krenckende dardorch, dath sie
oren bruthschatt den rechten und negesten erven im testamente wed-
derumb nicht thögetekent, na widerm vorgevende . . . laten affseggen:
Der frouwen brutschatt muste synen erfflicken ganck gan; umb dath
ander, wes dar dan over were, ginge eth den wider wo recht is.
Jussu consulatus. Mercurii 26. Septembris.

NStB 1526 Mauritii et sociorum eins.



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